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Wie gestalten Banken wie JPMorgan, HSBC und PostFinance die Zukunft des Bankwesens mit digitaler Weiterbildung und generativer KI? In dieser Episode diskutieren wir globale Beispiele, immersive Lernmethoden wie Virtual Reality sowie ethische Herausforderungen und strategische Partnerschaften. Martina teilt ihre Vision, wie Schweizer Banken trotz regulatorischer Hürden digitale Initiativen vorantreiben können.
Martina
Willkommen zu unserem heutigen Podcast des Innovationsverbands Schweizer Arbeitsmarkt! Hier sind wieder Martina und Sam. Heute gehts darum, wie globale und lokale Banken sich auf das Thema der künstlichen Intelligenz vorbereiten und wie sie ihre Mitarbeiter am Thema trainieren. Lasst uns also über die bemerkenswerten Innovationen sprechen, die führende Banken weltweit in die digitale Weiterbildung investieren.
Sam
Oh, spannend! Klingt nach einem globalen Wettbewerb zwischen den Banken am Thema Digitalisierung. Gibt es Banken, die hier führend sind?
Martina
Ganz genau, Sam. Banken wie JPMorgan und HSBC haben umfangreiche Digital-Academy-Programme eingeführt. Zum Beispiel fordert JPMorgan, dass alle neuen Mitarbeitenden eine Grundausbildung in künstlicher Intelligenz und maschinellem Lernen durchlaufen – ein klarer Schritt in Richtung Zukunftssicherheit.
Sam
Da frage ich mich, wie das konkret aussieht. Wären solche Programme auch für Schweizer Banken geeignet, trotz der bekanntermaßen strengen Regulierung?
Martina
Das ist wirklich eine wichtige Frage. Schweizer Banken agieren oft vorsichtig, ja; doch es wäre klug, solche Programme anzupassen, um die Belegschaft in Zukunft fit zu machen. An konkreten Beispielen hat TD Bank in Nordamerika VR-gestützte Empathietrainings durchgeführt, die den Mitarbeitenden helfen, sich in die Kund*innen hineinzuversetzen. Das ist eine ziemlich innovative Herangehensweise an Soft Skills.
Sam
Warte kurz, VR? Also virtuelle Realität, wo man so eine Brille aufsetzt? Klingt nach Science-Fiction, ist aber schon Realität?
Martina
Ja, genau, Sam! Obwohl ich selbst VR bisher nur in persönlichen Kontexten erlebt habe – beim Erkunden von neuen Welten oder in interaktiven Spielen – stelle ich mir vor, dass es wirklich helfen könnte, Mitarbeitende in sicheren Umgebungen auf reale Szenarien vorzubereiten. Es verändert die Art, wie wir lernen und uns auf Kundenbedürfnisse einstellen können.
Sam
Also quasi: Tauchen wir in die Kundenwelt ein, ohne dabei nass zu werden? Abgefahren.
Martina
Genau so könnte man es sagen. Es sind solche kreativen Wege, die die Bankenwelt in eine neue Ära führen. Aber neben den Techniken stellt sich auch die Frage: Wie können wir all das auf den regulierten Schweizer Markt abstimmen?
Sam
Hochinteressant. Und wie stehen andere Banken dabei im Vergleich?
Martina
Nun, HSBC eröffnet sogar digitale Fintech-Kurse mit Universitäten wie Oxford Saïd und integriert künstliche Intelligenz in Lernplattformen. Alle Mitarbeitenden können so personalisierte Schulungen erhalten. Es ist ein klarer Fokus auf lebenslanges Lernen.
Sam
Das bringt eine riesige Wettbewerbsdynamik rein. Verrückt, was sich da tut. Aber ich bin neugierig: Welche weiteren Meilensteine gibt es bei KI, insbesondere in den letzten Wochen?
Martina
Tatsächlich, Sam, in den letzten Wochen haben wir beeindruckende Meilensteine in der Künstlichen Intelligenz gesehen, die bereits anfangen, das tägliche Bankgeschäft revolutionär zu verändern. Lass uns einige dieser Fortschritte genauer betrachten.
Sam
Zum Beispiel?
Martina
Nun, JPMorgan hat kürzlich ein generatives KI-Tool eingeführt, das automatisch Berichte erstellt und E-Mails verfasst, wodurch die Arbeitszeit ihrer Beschäftigten enorm reduziert wird. Banken nutzen KI inzwischen nicht nur zur Effizienzsteigerung, sondern auch, um flexibler auf Marktänderungen zu reagieren.
Sam
Okay, jetzt mal ehrlich. Bedeutet das, Bankangestellte sitzen bald alle nur noch im Café und lassen die KI die Arbeit machen?
Martina
Nun, nicht ganz. KI automatisiert vor allem repetitive Aufgaben, sodass Mitarbeitende sich auf strategischere Aspekte konzentrieren können. Zum Beispiel ermöglicht es Morgan Stanley's KI-Assistent Beratern, binnen Sekunden auf fundiertes Wissen zuzugreifen, anstatt stundenlang Berichte zu wälzen. Das erhöht die Beratungsqualität spürbar.
Sam
Effizienz und Qualität in einem – klingt wie der Traum eines jeden Chefs!
Martina
Das kann man wohl sagen, Sam. Außerdem gibt es Bemühungen, KI auch stärker in den direkten Kundenkontakt zu integrieren. Bank of America’s Chatbot Erica hat bislang über eine Milliarde Kundenanfragen beantwortet und liefert inzwischen proaktive Finanztipps. Es ist kein Wunder, dass der Kundenservice immer personalisierter wird.
Sam
Warte kurz, Finanztipps vom Chatbot? Ich bin fasziniert... und leicht skeptisch.
Martina
Absolut nachvollziehbar. Dennoch zeigt die Praxis, dass diese Systeme lernen, individuelle Kundenbedürfnisse immer besser zu verstehen. Sie fungieren nicht als Ersatz für Berater, sondern als Hilfsmittel, um diese zu unterstützen. Tatsächlich fördern solche Technologien oft sogar die Kundenzufriedenheit.
Sam
Funktioniert das eigentlich überall so? Oder hinken manche Banken, besonders hier in der Schweiz, hinterher?
Martina
Interessanterweise wird oft gesagt, Schweizer Banken seien zurückhaltend, was neue Technologien angeht. Aber das stimmt nur bedingt. Viele Institute hier nutzen KI für Dinge wie Compliance oder interne Prozesse. Zunehmend kommen auch personalisierte Beratungssysteme zum Einsatz. Der Fortschritt ist vielleicht leiser, aber keineswegs weniger ambitioniert.
Sam
Leise, aber effizient, wie eine gut geölte Schweizer Uhr. Ich verstehe schon.
Martina
Genau, Sam. Doch die Frage bleibt: Sind Banken wirklich Nachzügler in Sachen KI oder vielleicht sogar stille Vorreiter? Das nächste Thema wird sicherlich einige Überraschungen diesbezüglich bereithalten.
Martina
Das ist eine spannende Frage, Sam. Während einige Banken vielleicht leise Fortschritte machen, sehen wir weltweit, wie generative KI vielfältige Prozesse transformiert. Von automatisierten Kreditentscheidungen bis hin zu Betrugserkennungssystemen – die Möglichkeiten sind scheinbar endlos.
Sam
Moment mal, Martina. Wie genau können solche Systeme so viel bewirken? Ich meine, klar, Technologie hilft, aber wie kommt man von Kreditentscheidungen zu solchen komplexen Vorgängen?
Martina
Das funktioniert, weil KI mit großen Datenmengen trainiert wird, die sie analysiert und daraus Muster erkennt. Ein gutes Beispiel ist JPMorgan, das generative KI einsetzt, um automatisiert Berichte zu generieren oder Abweichungen in Transaktionen zu erkennen. So werden Risiken frühzeitig identifiziert, und die Effizienz steigt enorm.
Sam
Klingt super effizient – aber das ist doch nicht nur ein globales Phänomen, oder? Was passiert bei uns, hier in der Schweiz?
Martina
Ja, auch Schweizer Banken übernehmen langsam das Ruder. PostFinance etwa hat eine digitale Avatarin eingeführt, um Kunden auf lockere und moderne Weise zu erreichen. Dieser Avatar, „Maria Bernasconi“, kann Finanzfragen in einfachen Worten – sogar im Berndeutsch – beantworten. Ein innovativer Ansatz, der ganz auf die jüngere Zielgruppe abzielt.
Sam
Okay, das ist einfach cool. Berndeutsch sprechende KI? Klingt fast zu persönlich, um wahr zu sein. Müssen sich Schweizer Banker da langsam Gedanken machen, ob sie in ihrem Job ersetzt werden?
Martina
Nicht wirklich, Sam. Der Fokus liegt hier nicht auf Ersetzen, sondern auf Unterstützen. Diese Systeme nehmen Routineaufgaben ab und schaffen Raum für Berater, sich auf persönlichere Gespräche zu konzentrieren. Das ist besonders wichtig in einem regulierten Markt wie der Schweiz.
Sam
Regulierung – das macht alles etwas komplexer, oder? Ich meine, in der Schweiz ist doch immer Sicherheit oberstes Gebot.
Martina
Ganz genau. Während internationale Banken oft eine "Try and Fail"-Mentalität mitbringen, agieren Schweizer Banken vorsichtiger. Sie müssen sicherstellen, dass KI-Systeme transparent und diskriminierungsfrei bleiben. Deshalb sehen wir hier mehr schrittweise Innovation.
Sam
Wieder typisch Schweiz: Bedächtig, aber gründlich. Wobei ich mich frage, ob das Tempo ausreicht, um weltweit konkurrenzfähig zu bleiben.
Martina
In gewissen Aspekten, ja. Aber: Die Schweizer Banken sind leise Innovatoren. Ihr Fokus auf regulatorische Konformität könnte sie sogar zu Vorreitern machen, wenn es darum geht, ethische und nachhaltige KI-Lösungen voranzutreiben. Mehr dazu sehen wir gleich bei UBS oder Raiffeisen.
Martina
Genau das macht Schweizer Banken so besonders, Sam – trotz ihrer vorsichtigen Herangehensweise gehen sie strategisch und zielgerichtet vor. UBS zum Beispiel hat mit „UBS University“ eine Plattform für lebenslanges Lernen geschaffen. Sie vereint klassische Schulungen mit KI-gestützten, personalisierten Lernempfehlungen für Mitarbeitende – ein echter Meilenstein im Schweizer Markt.
Sam
Warte mal! Heißt das, dass selbst Banker zurück in die „Schule“ müssen?
Martina
Könnte man so sagen, Sam. Aber es geht weniger um klassische Schulbankdrückerei – vielmehr darum, kontinuierlich am Puls der Zeit zu bleiben, insbesondere im digitalen Bereich. UBS hat beispielsweise schon über 3 Millionen individuelle Lernaktivitäten durch ihre Plattform ermöglicht – von KI-Grundlagen bis hin zu komplexer Datenanalyse. Es zeigt, wie stark sie auf interne Weiterbildung setzen.
Sam
Okay, beeindruckend. Aber wie schneiden die anderen ab? Machen nur die großen Schweizer Banken Fortschritte?
Martina
Ganz im Gegenteil. PostFinance hat jüngst den Avatar „Maria Bernasconi“ eingeführt – eine virtuelle Assistentin, die Finanzfragen auch auf Berndeutsch beantwortet. Raiffeisen hingegen experimentiert mit einem digitalen Hypothekenberater, der personalisierte Finanzierungsvorschläge liefert. Das ist besonders bedeutend in Bezug auf Effizienzsteigerung und Kundenservice.
Sam
Das klingt nach einem tollen Ansatz. Aber können solche Entwicklungen mit internationalen Standards mithalten?
Martina
Absolut, Sam. Schweizer Banken arbeiten oft enger mit der Regulierung zusammen, was Innovationen zwar langsamer macht, aber dafür besonders robust und langfristig tragfähig. Ein weiterer Aspekt ist die Förderung von Schlüsselpartnerschaften. Das Modell von DBS Bank, die mit AWS gamifizierte KI-Schulungen eingeführt hat, könnte eine Blaupause für Schweizer Banken sein. Damit würde die Gefahr eines Fachkräftemangels adressiert – ein Problem, das auch hierzulande immer drängender wird.
Sam
Hm, das klingt, als bräuchten wir hier eine zentrale Initiative, ähnlich wie die digitalen Akademien aus deinen anderen Beispielen, Martina.
Martina
Richtig erkannt, Sam. Eine nationale „Digital Banking Academy“ könnte nicht nur die Mitarbeitenden im Umgang mit neuen Technologien schulen, sondern auch sicherstellen, dass sie in einem globalen Wettbewerb mithalten können. Solch eine Akademie müsste jedoch zwingend regulatorisch abgestimmt und lokal angepasst sein. Es gilt: Fortschritt – ja, aber immer mit einem starken Fundament an Sicherheit und Nachhaltigkeit.
Sam
Ich kann mir vorstellen, dass so etwas die Schweiz auf die Innovationslandkarte im Finanzwesen setzen könnte, ohne ihre Werte zu kompromittieren.
Martina
Genau darum geht es. Die Zukunft der Schweizer Banken liegt darin, Innovation mit ihren traditionellen Stärken wie Präzision und Vertrauen zu verbinden. Es ist ein aufregender Weg – und ich denke, die Schweizer Banken sind bereit dafür. Vielen Dank, dass ihr heute dabei wart! Es war wirklich spannend, diese Themen zu vertiefen! Ich wünsche euch allen eine inspirierende und erfolgreiche Woche – bis zum nächsten Mal!
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About the podcast
Update zu verschiedenen Themen rund um den Schweizer Arbeitsmarkt. Der Innovationsverband Schweizer Arbeitsmarkt berichtet hier über spannende Akteure und Entwicklungen im Arbeitsmarkt - immer mit einem Schweizer Bezug.
This podcast is brought to you by Jellypod, Inc.
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